Ein Shopware-5-Shop kann technisch noch laufen und trotzdem jeden Monat Geld kosten: durch langsame Prozesse, nicht mehr passende Plugins, manuelle Workarounds und fehlende Update-Perspektive. Die Frage nach den Shopware Migration Kosten ist deshalb nicht nur eine Frage des Projektbudgets. Entscheidend ist, welche Abläufe nach dem Wechsel stabiler, schneller oder automatisiert funktionieren sollen.
Eine belastbare Kalkulation beginnt nicht mit einem Pauschalpreis. Sie beginnt mit dem Shop, den Daten, den Schnittstellen und den Geschäftsprozessen, die daran hängen. Wer nur Artikel und Kundendaten umzieht, zahlt etwas anderes als ein Händler mit ERP-Anbindung, individuellen B2B-Preisen, mehreren Verkaufskanälen und gewachsenen Sonderlogiken.
Was kostet eine Shopware-Migration realistisch?
Für eine einfache Migration von Shopware 5 auf Shopware 6 mit überschaubarem Sortiment, Standard-Theme und wenigen Erweiterungen liegt ein realistischer Rahmen oft bei etwa 8.000 bis 15.000 Euro. Das ist kein Lockangebot, sondern kann passen, wenn Datenqualität, Anforderungen und Prozesse klar sind.
Bei etablierten Shops mit individuellen Templates, ERP- oder Warenwirtschaftsanbindung, komplexen Preisregeln, mehreren Sprachen oder umfangreichen Plugin-Funktionen bewegen sich die Kosten häufig zwischen 20.000 und 50.000 Euro. Größere B2B-Projekte, Multi-Store-Setups oder individuell entwickelte Funktionen können darüber liegen. Dann ist die Migration kein reiner Plattformwechsel mehr, sondern ein Architekturprojekt.
Wichtig ist der Blick auf den Leistungsumfang. Ein günstiges Angebot kann nur den technischen Datenimport enthalten. Ein belastbares Projekt berücksichtigt auch die Übernahme relevanter SEO-Strukturen, die Prüfung von Bestellprozessen, Zahlungsarten, Versandlogik, Tracking sowie die Qualitätssicherung vor dem Go-live. Fehlt das, verschiebt sich Aufwand oft in die Wochen nach dem Launch – dann meist unter Zeitdruck.
Shopware Migration Kosten: Diese Faktoren bestimmen das Budget
Nicht die Anzahl der Artikel allein entscheidet über den Aufwand. Viele tausend sauber gepflegte Produkte lassen sich besser migrieren als wenige hundert Artikel mit unklaren Varianten, defekten Medienzuordnungen oder widersprüchlichen Eigenschaften.
Vier Kostenblöcke verdienen bei der Planung besondere Aufmerksamkeit:
- Daten und Datenqualität: Artikel, Varianten, Kategorien, Hersteller, Kunden, Bestellungen, Medien, Bewertungen und SEO-Daten müssen geprüft, zugeordnet und in die Datenstruktur von Shopware 6 überführt werden. Bereinigung und Mapping sind oft wertvoller als ein schneller Import.
- Design und Frontend: Ein Shopware-5-Theme lässt sich nicht einfach nach Shopware 6 kopieren. Ein bestehendes Erscheinungsbild kann als Vorlage dienen, technisch wird es jedoch neu umgesetzt oder bewusst durch ein passendes Standard-Theme ergänzt.
- Plugins und Individualfunktionen: Nicht jede Erweiterung aus Shopware 5 existiert für Shopware 6. Manche Funktionen lassen sich durch Standardmittel abbilden, andere benötigen ein neues Plugin oder eine individuelle Entwicklung.
- Schnittstellen und Prozesse: ERP, JTL-WaWi, Odoo, PIM, Marktplätze, Payment, Versanddienstleister, E-Mail-Systeme und Tracking sind häufig der eigentliche Projektkern. Hier entscheidet sich, ob der neue Shop im Alltag funktioniert.
Hinzu kommen Betriebskosten wie Shopware-Lizenz, Hosting, Plugin-Lizenzen, Monitoring und laufende Wartung. Diese Positionen gehören nicht vollständig in das Migrationsbudget, sollten aber bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung mit auf den Tisch.
Die teuersten Fehler entstehen vor der Entwicklung
Ein häufiger Fehler lautet: „Wir bauen den bisherigen Shop einfach eins zu eins nach.“ Das klingt risikoarm, übernimmt aber oft genau die Altlasten, die den Shop bisher schwer wartbar gemacht haben. Shopware 6 bietet andere technische Möglichkeiten und verlangt an einigen Stellen andere Entscheidungen. Eine Migration ist daher ein sinnvoller Zeitpunkt, um Prozesse zu hinterfragen.
Beispiel B2B: Individuelle Kundengruppen, Staffelpreise und Freigabeprozesse können im alten System über mehrere Plugins, Sonderfelder und manuelle Pflege verteilt sein. Wird diese Logik ohne Konzept übertragen, steigen Entwicklungs- und Testaufwand unnötig. Wird sie vorab sauber definiert, lässt sich klar entscheiden, was Standard ist, was über ein Plugin abgedeckt wird und wo echte Individualentwicklung wirtschaftlich sinnvoll ist.
Auch SEO wird oft zu spät eingeplant. Relevante URLs, Weiterleitungen, Meta-Daten, Kategoriestrukturen und Filterseiten gehören in die Migrationsplanung. Ein technisch sauberer Launch nützt wenig, wenn organische Sichtbarkeit durch fehlende Redirects oder veränderte Informationsarchitektur verloren geht.
Drei typische Budget-Szenarien
Ein kleiner bis mittlerer D2C-Shop mit Standard-Checkout, wenigen Zahlungsarten und sauberem Artikelstamm braucht meist keine Sonderentwicklung. Hier liegt der Fokus auf Datenmigration, Theme-Anpassung, Plugin-Auswahl, SEO-Weiterleitungen und einem gründlichen Test. Das Projekt bleibt planbar, wenn der Funktionsumfang diszipliniert bleibt.
Bei einem wachsenden Händler mit mehreren tausend Produkten, Varianten, einer Warenwirtschaft und individualisierten Versand- oder Zahlungsregeln steigt der Aufwand. Besonders die Schnittstelle muss fachlich und technisch getestet werden: Bestände, Preise, Aufträge, Stornos, Teil-Lieferungen und Retouren dürfen nicht nur im Idealfall funktionieren. In diesem Szenario ist ein klarer Testplan ein fester Kostenbestandteil, keine optionale Zusatzleistung.
Ein komplexer B2B- oder Multi-Channel-Shop benötigt meist eine Voranalyse vor dem verbindlichen Angebot. Kundenspezifische Kataloge, Rollen und Rechte, externe Preislogiken, mehrere Mandanten, Freigabeprozesse oder internationale Anforderungen beeinflussen Architektur und Zeitplanung erheblich. Wer dafür einen schnellen Pauschalpreis ohne Rückfragen erhält, kauft vor allem Unsicherheit ein.
So wird aus einer groben Schätzung ein planbares Projekt
Eine gute Kalkulation trennt zunächst Pflicht von Wunsch. Pflicht sind Funktionen, die Umsatz, Bestellabwicklung oder Kundenservice direkt betreffen. Wünsche sind Optimierungen, die sinnvoll sein können, aber nicht zwingend vor dem Go-live fertig sein müssen. Diese Trennung schützt Budget und Termin.
Danach folgt ein technischer und fachlicher Check des Bestandssystems. Welche Daten werden wirklich benötigt? Welche Plugins sind geschäftskritisch? Wo entstehen heute manuelle Tätigkeiten? Welche Systeme senden oder empfangen Daten? Gerade bei ERP- und Warenwirtschaftsprozessen reichen Screenshots oder eine Plugin-Liste nicht aus. Hier müssen reale Abläufe betrachtet werden – vom Auftrag bis zur Rechnung, vom Bestandsupdate bis zur Retoure.
Sinnvoll ist eine Projektplanung in klaren Etappen: Analyse und Konzept, Datenmapping, technische Umsetzung, Schnittstellen, Qualitätssicherung, Go-live und Nachbetreuung. So wird transparent, an welcher Stelle Aufwand entsteht und welche Entscheidungen den Kostenrahmen beeinflussen. Aventux plant solche Projekte mit Blick auf Shop, Backend und Vermarktung, weil ein schneller Shop ohne funktionierende Prozesse oder messbares Tracking kein fertiges E-Commerce-System ist.
Ein Festpreis kann funktionieren, wenn der Umfang nach der Analyse eindeutig beschrieben ist. Bei offenen Anforderungen ist ein Budgetrahmen mit priorisiertem Backlog oft ehrlicher. Entscheidend ist nicht das Etikett des Angebots, sondern dass Annahmen, Ausschlüsse, Abnahmen und mögliche Zusatzaufwände klar dokumentiert sind.
Wo sich Kosten sinnvoll reduzieren lassen
Kosten senken heißt nicht, Tests, Datenprüfung oder Prozessanalyse zu streichen. Das rächt sich fast immer. Sparpotenzial entsteht eher durch saubere Vorbereitung auf Kundenseite: aktuelle Plugin-Liste, dokumentierte Sonderfälle, bereinigte Produktdaten, definierte Ansprechpartner und schnelle Entscheidungen.
Auch der Mut zur Standardisierung spart Geld. Nicht jede gewohnte Funktion braucht eine individuelle Neuentwicklung. Wenn Shopware 6 oder ein gepflegtes Plugin den Geschäftsprozess ausreichend abbildet, ist das meist günstiger in Umsetzung und Wartung. Individualentwicklung lohnt sich dort, wo sie nachweisbar Umsatz, Conversion oder operative Effizienz verbessert.
Die beste Investition ist am Ende nicht die billigste Migration, sondern ein Shop, der nach dem Launch weniger manuelle Arbeit erzeugt, zuverlässig mit den angeschlossenen Systemen arbeitet und Raum für Wachstum lässt. Genau daran sollte sich das Budget messen lassen.